Fussball, Vatertag und Meeting mit mir selbst.

Gestern war in Wolfsburg eine Menge los, es war nicht bloß Vatertag geschweige denn Christi Himmelfahrt. Gestern trafen auch zwei Rivalen im Fußball aufeinander, Eintracht Braunschweig und der VFL Wolfsburg, kämpften am gestrigen Abend um den Verbleib in der 1. Bundesliga oder um den Aufstieg. Der VFL Wolfsburg konnte das Hinspiel für sich entscheiden, bleibt nur das Rückspiel abzuwarten.

Die Polizeipräsenz war überragend, wie in einem Endzeitfilm, kämpfte sie gegen die überwiegenden aggressiven Fußballfans. Meiner Meinung nach, wird da sehr übertrieben. Überall hörte ich Sirenen, bei jedem Blick aus dem Fenster fuhr ein Weiß-Blauer-Partybus vorbei.

Ebenfalls hörte ich viele junge Menschen schreien, vermutlich feierten diese ihre Vaterschaft, endlich könnten sie dies mit Alkohol besiegeln. Merkwürdigerweise sah ich auch junge Frauen, mit ihren Mädels durch die Straßen ziehen. Alkohol stets dabei. Alles angehende Väter. Aber wehe am Muttertag, ließen sich die Männer betrunken in den Straßen nieder.

Vatertag, in meinen Augen ein weiteres Event, dass nur auf Konsum ausgelegt ist. Ähnlich dem Vatertag ist auch der Valentinstag ein solcher Konsumtag. Konsum ist wichtig, dennoch warne ich gerne vor blindem Konsum. Nur weil morgen Vatertag sei, gehen die Menschen vorwiegend Männer, in den Supermarkt und kaufen Alkohol und Grillgut und beginnen einen Tag ihr Leben zu genießen. Heute ist alles mal toll. Trugschluss, es ist ein Tag wie jeder andere. Liebe deine Eltern, deine Kinder, deinen Partner, deine Partnerin und jeden Freund an jedem Tag im Jahr. Zeig es ihm immer, wenn du kannst, nicht bloß an einem Tag namens Valentinstag oder Vatertag.

Mir war der Vatertag noch nie wichtig, ich habe noch nie verstanden, warum ich an diesem Tage mit meinen Freunden um die Häuser ziehen müsse. Deshalb habe ich ihn immer schon Boykottiert und ich fühle mich noch immer gut damit. Allerhöchstens handelt es sich bei diesem Tag, um einen gratis Sonntag.

Den gratis Sonntag, versteckt in einen Donnerstag, verbrachte ich mit mir selbst. Ähnlich dem Meeting mit mir selbst, in dem man sein Telefon ausstellt und auch sämtliche Dinge die einem nur dienen um einen abzulenken. Auch der Tag mit mir selbst, beginnt wie jeder andere, der einzige Unterschied, man ist unerreichbar. Ich konnte machen worauf ich Lust habe, kein Anruf musste angenommen werden, keine Mail wurde umgehend beantwortet, es war ruhig.

An Tagen wie diesen fülle ich meine Speicher wieder auf und erkenne häufig wie süchtig, wir bereits nach unseren Smartphones sind. Es kommen von Menschen die erwarten, dass man ständig erreichbar ist, Anrufe zu den verschiedenen Zeiten und Nachrichten mit Inhalten, wo ich mich frage: „Moment, du hörtest nicht mal 24 Stunden nichts von mir!“. Als sei es meine Pflicht 24 Stunden und 7 Tage die Woche erreichbar zu sein.

Entspannung, Ruhe, Chillen und Erholung sind mir wichtiger als ständig erreichbar zu sein. Ich bin meinem Smartphone dankbar, dass es erfunden wurde. Es dient mir als nützliches sowie unterstützendes Werkzeug, welches mir hilft über weite Entfernungen mit Freunden und Familie zu kommunizieren aber auch Termine z.B. Geburtstage, Artikel zu verwalten bspw. mit Google Docs und zu shoppen via Amazon. Selbst bin ich immer wieder erstaunt, wie viel Zeit wir regelmäßig mit den Smartphones verbringen. Permanent haben wir sie in der Hand, kleine Computer die mehr Rechenleistung besitzen, als 1990 das Pentagon. Einige Menschen sind heute nicht mehr Überlebensfähig, wenn ihr Mobiltelefon einen bestimmten Zeitraum ohne Sie auskommen müsste, wäre dies die Hölle für Sie. Ich kann nur hoffen, dass es nie wieder zu einem Krieg kommt, in dem viele der aktuellen Errungenschaften an Wert verlieren würden. Und auch unbrauchbar wären.

In regelmäßigen Abständen, mache ich seit einem Viertel Jahr, Meetings mit mir selbst, wenn es die Zeit zulässt nehme ich mir auch gerne mal einen Tag dafür Zeit. Neben der Meditation sowie der generellen Achtsamkeit ist es sehr wichtig, sich Zeit für sich zu nehmen.

Sei gut zu dir, immer, denn du bist das Vermögen, welches auch in 50 Jahren noch für dich da ist.

 

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